Kleine Schritte, große Wirkung: Selbstfürsorge im Alltag
Selbstbewusstsein kommt nicht immer mit einem großen Auftritt. Manchmal entwickelt es sich ganz leise, Schritt für Schritt, wenn wir Tag für Tag etwas für uns selbst tun.
In meiner Arbeit mit Patient:innen erlebe ich oft, dass Selbstfürsorge mit Egoismus gleichgesetzt wird. Dabei ist das Gegenteil wahr: Wer gut für sich sorgt, kann auch besser für andere da sein.
Was ist Selbstfürsorge – wirklich?
Selbstfürsorge bedeutet nicht Badeschäume und teure Retreats. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben – auch im gewöhnlichen Alltag.
Vier Ansätze, die wirklich funktionieren
1. Grenzen setzen lernen
Nein sagen ist eine Form der Selbstfürsorge. Wenn Sie überall Ja sagen, riskieren Sie, Ihre eigenen Ressourcen zu erschöpfen. Fragen Sie sich: Tue ich das aus Überzeugung oder aus Angst?
2. Bewegung als Stimmungsregulator
Keine Hochleistung nötig. Schon ein 20-minütiger Spaziergang wirkt sich nachweislich positiv auf die Stimmung aus. Regelmäßige Bewegung ist eine der wirksamsten Methoden gegen leichte Depressionen und Angst.
3. Soziale Verbindungen pflegen
Einsamkeit ist ein Risikofaktor für mentale Erkrankungen. Auch wenn es schwer fällt: Ein kurzes Telefonat, ein Kaffee mit einem Freund – Verbindung nährt.
4. Schlafroutine ernst nehmen
Schlaf ist kein Luxus. Regelmäßige Schlafenszeiten, weniger Bildschirm am Abend, ein dunkles Zimmer – kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen.
Wenn Selbstfürsorge nicht reicht
Manchmal brauchen wir mehr als Selbstfürsorge. Wenn Sie merken, dass Sie trotz aller Bemühungen nicht aus einem Tief herauskommen, oder wenn Ängste und Gedanken Ihren Alltag belasten: Das ist kein Versagen – das ist ein Zeichen, dass professionelle Unterstützung sinnvoll sein könnte.
Ich bin da, wenn Sie reden möchten.
Nastassja Volkov, Psychologische Psychotherapeutin